Die Galerie Luise – Traditionspassage mit Stil

Die Galerie Luise besteht aus drei Flügeln mit einer Gesamtlänge von 155 Metern und einer Höhe von 12 Metern, die die Luisenstraße, die Theaterstraße und die Joachimstraße miteinander verbinden. Das Kernstück des Gebäudes bildet eine gläserne Rotunde. Die drei Eingänge präsentieren sich mit architektonisch verschiedenen Fassaden. Während die Fassade der Theaterstraße als eines der herausragendsten Beispiele von Jugendstil-Architektur in der Region gilt, stammen die Fassaden der Luisen- und der Joachimstraße aus der Postmoderne.

Das große Kaufmannsgebäude mit Jugendstilfassade in der Theaterstraße 14 diente bereits Anfang des 20. Jahrhunderts als Stammhaus Hannoveraner Traditionsgeschäfte. Im Krieg wurde es dann jedoch sehr stark beschädigt und brauchte Jahrzehnte, um wieder vollständig aufgebaut zu werden.

Zerstörung 1943

Bis zum Frühsommer war es überraschend ruhig an Hannovers nächtlichem Himmel geblieben; abgesehen von den seit 1941 nur gelegentlich auftretenden berüchtigten „Mosquitos“ der Royal Airforce. Noch zeigen die deutschen Innenstädte ein fast friedensmäßiges Bild; allen kriegsbedingten Einschränkungen zum Trotz.

Ebenso die stattlichen Läden im Haus Theaterstraße 14. Seit den 20er Jahren, zum Teil noch davor, fand hier kein Wechsel der größeren Geschäftsmieter statt. Diese dominieren jetzt vor allem die Haushaltswaren-Handlung „Adolf Andreesen“ und für Papier und Büroartikel „Matthäus u. Siemsen“. Einer der typischen Privatmieter, der Architekt Ferdinand Möller – seine Wohnung im 3. Obergeschoss hat er seit 31 Jahren inne – weilt zu Kur in Bad Nenndorf, als am 26. Juli 1943 mittags unerwartet Stab-Brandbomben das Dachgeschoss durchschlagen und seine darunter liegenden Räume fast vollständig zerstören.

Hannover erlebt seinen ersten schweren Fliegerangriff. Das Haus Theaterstraße 14 ist davon vor allem auf der linken Hälfte betroffen. Der große Fliegerangriff auf Hannover in der Nacht vom 8. zum 9. Oktober 1943 belegt das Haus zum zweiten Mal mit Brand- und diesmal auch Phosphorbomben.

Aus der hier befindlichen Hannoverschen Museumsgesellschaft können einige wertvolle Ölgemälde noch gerettet werden. Bereits drei Monate nach Kriegsende bittet der Stiftungsvorsitzende Pastor Mahner um fachmännische Ansicht über Zustand und Erhaltungsmöglichkeit des Hauses Theaterstraße 14.

In einer ausführlichen Bestandsaufnahme kommt der von ihm angesprochene Architekt Ferdinand Möller am 19.09.1945 in seinem Schreiben zu folgender Antwort: „Zunächst ist die Frage berechtigt, ob es bei der heutigen Material- und Leutenot überhaupt Zweck hat, an dem Hause größere Aufwendungen zu machen. Diese Frage möchte ich nach mehrfacher und reiflicher Prüfung, da das Haus sehr solide gebaut worden ist, mit ja beantworten.“

Wiederaufbau 1952


Erst im Jahr der Währungsreform kann der Vorstand der Stiftung die Beseitigung der Kriegsschäden einleiten. Sie erteilt 1948 dem Büro des Fritz Torno (er schuf z. B. 1913 mit Wilhelm Mackensen das Haus „Georgspalast“) den Auftrag hierfür, der 1952 abgeschlossen werden kann.

Dachaufbauten und die beiden Giebeltürme sind durch die Fliegerangriffe abhandengekommen. Sie werden nicht wieder ersetzt. Überhaupt verlangt die Instandsetzung des Gebäudes erhebliche finanzielle Anstrengungen von der Stiftung.

Die Grundaussage der Fassade aber bleibt gewahrt, obgleich viele der Jugendstil- und Renaissance-Ornamente durch Kriegseinwirkung verloren gegangen sind. Bereits im Herbst 1943 hatte der damalige Vorsitzende des Heimatbundes Niedersachsen Dr. Lampe, den Stadtbaurat Dr. Elkart darauf aufmerksam gemacht, dass die Architektur der Vorderfront als einzige gute Vertreterin des Jugendstils in dieser Gegend erhaltenswert sei.

Während ringsum nüchterner Wiederaufbau und Wohnraumbeschaffung die Architektur oft Vulgärfunktionalismus abgleiten lassen, wahrt die Theaterstraße 14 ihren Charakter, indem sie ihrem Stil treu bleibt.

Die neue Galerie Luise


Die Galerie Luise selbst wurde auf der letzten Hannoveraner Brachfläche der Nachkriegszeit errichtet und 1987 eröffnet. Ihre gläsernen Decken verbinden heute die Theaterstraße mit der Luisen- und der Joachimstraße. Ihrem besonderen Charakter, Charme und Stil ist die Luise während all dieser Zeit stets treu geblieben.

Im Jahr 2008 fand ein größerer Umbau statt, mit dem Ergebnis einer deutlich höheren Aufenthaltsqualität. Bei dem Umbau erhielt die Passage ein neues Lichtsystem, eine erfrischende Farbgestaltung, neue sanitäre Anlagen und einen in der Luisenstraße neu gestalteten Eingangsbereich.

Die Galerie Luise heute

2014 erwarb die ACCOM GmbH & Co. KG die „Galerie Luise“ und entwickelt den Standort als hochwertige Einzelhandelspassage im Herzen Hannovers stetig weiter. Getreu dem neuen Claim "Mein Feinkauferlebnis" bietet Einkaufen in der Galerie Luise einen besonderen Shoppinggenuss. Auf insgesamt rund 13.000 qm sind hier, neben exklusiven Büros und Arztpraxen, etwa 20 Ladeneinheiten mit sehr renommierten, größtenteils inhabergeführeten Geschäften zu finden, die diesem Anspruch mit einer exklusiven Markenauswahl und persönlicher Beratung Rechnung tragen.